Pusteblume Freefall (Epilog)

Freizeichen.

Es dauert oft eine Weile, bis sie ans Telefon geht, wegen ihrer Augen.

Es tutet. Ich zähle mit. Drei Mal. Vier Mal. Sieben Mal.

„Ja?“  Es ist nur dieses eine Wort, diese eine Silbe, die Kombination zweier Buchstaben.  Mein Kinn zittert, meine Füße werden kalt, meine Finger warm.

„Hi, Oma.“

„Karla.“ Ihr Lächeln dringt durch die Leitung. „So schön, dich zu hören.“

Es geht ihr okay. Sagt Mama. Jetzt wieder. 

Die Klinik war scheußlich. Ist klar.

Ich sollte nachfragen. Trotzdem.

Meine Kehle produziert ein Geräusch. Es ist kein Wort, nicht einmal eine Silbe.  Die Pusteblume sieht mich verwirrt an, ich drehe mich weg. Wieder dieses Geräusch. Omas Atmen und ihre Stimme, die mich umarmt.

„Was ist los, Liebes?“

Pusteblume geht in Deckung, ich heule eine Lawine. „Ich hab Mist gebaut, Oma. Ich hab  sowas von Mist gebaut…!“