Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf?

31.07.20      

Da hatte ich aber Schwein heute beim Einkaufen in einem Supermarkt im Steintor: Als ich meine Waren auf das Band legte, tauchte er hinter mir auf: der Mann ohne Maske. Dreist hielt er nur Vorcorona-Abstand und reagierte auf meine irritierten Blicke mit noch breiterer Brust.

„Sie haben Ihre Maske vergessen“, sagte ich freundlich, meine Waren auf das Band legend, zwei Schritte nach links.

„Das ist ja interessant, dass Sie mich darauf hinweisen.“ Sein spöttischer Unterton, sein belustigter Blick, während mein Einkauf Richtung Kasse rollte.

Der Verkäufer scannte die Artikel, tat ansonsten, als bekäme er nichts mit.

„Ich finde das ein bisschen gruselig und dachte, Sie hätten Ihre Maske vergessen“, wiederholte ich immer noch freundlich.

„Ich habe meine Maske nicht vergessen“, sagte der Unmaskierte arrogant.

Ich bezahlte, das Schweigen hinter der Kasse blieb. Wahrscheinlich aus Angst, in eine unübersichtliche Situation zu geraten. Was ich verstehen kann.

Nach dem Bezahlen wollte ich meinen Einkaufswagen weiterschieben, da versperrte mir ein alkoholisierter Mann ohne Mund-Nasenschutz den Durchgang, er war auf dem Weg, seinen Bierflaschenpfand einzulösen.

„Sie haben Ihre Maske vergessen.“ Ich wieder.

Der Alkohol-Ausdünstende rollt seinen Schal über den Mund und will mir einen von wegen „Das ist sowieso so eine Sache mit den Masken“ erzählen … Ich bitte ihn um Abstand. Ich verstehe schon seit einiger Zeit nicht, warum ich hier eigentlich die Einzige bin, die findet, dass etwas nicht stimmt.

Nächstes Mal mache ich den Frau-ohne-Maske-Test und gehe in den Laden. Mal gucken, was dann passiert.